Andrea Zorka Kinda-Berlakovich
"Zweisprachiger Unterricht - zwei gleichwertige Sprachen?"
"Dvojezièno poduèavanje - dva jeziki jednake vridnosti"


Eine Analyse des Stellenwertes der (burgenländisch-)kroatischen Unterrichtssprache einst und jetzt

Einführung
Der zweisprachige Unterricht bei den BK soll sowohl die sprachliche Kompetenz der kroatischen und deutschen Sprache als auch die Bikulturalität im Allgemeinen fördern.
Allgemeine Rahmenbedingungen, die einen Spracherhalt bzw. den Einsatz der kroatischen Unterrichtssprache begünstigen oder erschweren: Neben linguistischen Faktoren  (z.B. Normierung der Muttersprache) dem wirtschaftlichen, sozialen und symbolischen  Faktoren sowie den demografischen Bedingungen u.a. sind muttersprachliche Institutionen (Schulen, Vereine, Organisationen) ausschlaggebend für die Entwicklung der bk. Volksgruppe

Problemstellung
Die ideale zweisprachige Schule - "zwei Unterrichtssprachen die gleichwertig genutzt werden"
Den Stellenwert der kroatischen Unterrichtssprache im Burgenland beeinflussten verschiedene Faktoren:
Die allgemeine Schulsituation (geschichtliche Entwicklung, gesetzliche Lage, Lehrplan, Lehrerausbildung. Lehrmaterialien, Schulaufsicht)

Vorkriegszeit:
Vormals ung.-kroat. Schulen, ab 1921 dt.-kroat. Schulen, Bestrebungen deutsch zu lernen, keine gesetzliche Regelung daher 4 Unterrichtstypen (Schultyp A,B,C und D), Lehrerausbildung erfolgte zuerst in Ungarn, dann in Österreich - keine Ausbildung für das Fach Kroatisch; keine Schulaufsicht für Kroatisch; kroat. Schulbücher gab es nur vereinzelt für die Fächer Kroatisch, Musikerziehung und Religion;
1937 Minderheitenschulgesetz

Kriegsjahre
Germanisierungstendenzen, Einschüchterung und Versetzung von kroat. Lehrkräften, Verbot der kroat. Unterrichtssprache

Nachkriegszeit:
Dominanz der deutschen Sprache, teilweise Assimilierung der Volksgruppe, starkes Absinken der Kroatischkompetenz
ab 1950 Schulaufsicht für zweisprachige Schulen, schwache Schulbuchproduktion;
Lehrerausbildung vereinzelt mit Kroatischsprachkursen, später mit dem zusätzlichen Fach "Methodik und Didaktik der kroat. Sprache"
Schulorganisationsgesetz 1962 - Reduzierung des verbindlichen zweisprachigen Unterrichts um 50%, Zusammenlegung oder Auflassen zweisprachier Schulen, "Verpolitisierung der Schulsprachenproblematik"
Abwanderung, Absinken der Kinder mit Kroatisch als Muttersprache
ab den 80-er Jahren Einführung mehrerer Schulversuche mit Kroatisch an HS u. AHS,
1991: Bildung der ersten und einzigen zweisprachigen HS, 1992:  zweisprachige AHS
ab 1994:

Minderheiten- Schulgesetz 1994
verstärkte Schulbuchproduktion, generell günstigeres Schulsprachenklima, Kroatisch wird jedoch vermehrt als "Fremdsprache" im Ausmaß von drei Wochestunden gelernt;

Die Entwicklung der kroatischen Sprache im Burgenland
Die Normproblematik: Kroatisch-Burgenländischkroatisch
Sprachverfall des Kroatischen ab dem Ende der 60-er Jahre
Der tatsächliche Einsatz der kroatischen Unterrichtssprache
Der methodisch-didaktische Gebrauch der Sprachen

Ausblick:
Umorientierung  im Unterricht (Einsatz neuer Medien, Spielpädagogik, Privatinitiativen,...); Unterscheidung oder Trennung des muttersprachlichen und fremdsprachlichen Kroatischunterrichtes;
Heben des Prestigewertes der kroatischen Sprache;
Förderung der Motivation der einsprachigen Kinder Kroatisch zu lernen.