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Eine Analyse des Stellenwertes der (burgenländisch-)kroatischen
Unterrichtssprache einst und jetzt
Einführung
Der
zweisprachige Unterricht bei den BK soll sowohl die sprachliche Kompetenz
der kroatischen und deutschen Sprache als auch die Bikulturalität im
Allgemeinen fördern.
Allgemeine Rahmenbedingungen, die einen Spracherhalt bzw. den Einsatz der
kroatischen Unterrichtssprache begünstigen oder erschweren: Neben
linguistischen Faktoren (z.B. Normierung der Muttersprache) dem
wirtschaftlichen, sozialen und symbolischen Faktoren sowie den
demografischen Bedingungen u.a. sind muttersprachliche Institutionen
(Schulen, Vereine, Organisationen) ausschlaggebend für die Entwicklung der
bk. Volksgruppe
Problemstellung
Die
ideale zweisprachige Schule - "zwei Unterrichtssprachen die gleichwertig
genutzt werden"
Den Stellenwert der kroatischen Unterrichtssprache im Burgenland
beeinflussten verschiedene Faktoren:
Die allgemeine Schulsituation (geschichtliche Entwicklung, gesetzliche Lage,
Lehrplan, Lehrerausbildung. Lehrmaterialien, Schulaufsicht)
Vorkriegszeit:
Vormals ung.-kroat. Schulen, ab 1921 dt.-kroat. Schulen, Bestrebungen
deutsch zu lernen, keine gesetzliche Regelung daher 4 Unterrichtstypen
(Schultyp A,B,C und D), Lehrerausbildung erfolgte zuerst in Ungarn, dann in
Österreich - keine Ausbildung für das Fach Kroatisch; keine Schulaufsicht
für Kroatisch; kroat. Schulbücher gab es nur vereinzelt für die Fächer
Kroatisch, Musikerziehung und Religion;
1937 Minderheitenschulgesetz
Kriegsjahre
Germanisierungstendenzen, Einschüchterung und Versetzung von kroat.
Lehrkräften, Verbot der kroat. Unterrichtssprache
Nachkriegszeit:
Dominanz der deutschen Sprache, teilweise Assimilierung der Volksgruppe,
starkes Absinken der Kroatischkompetenz
ab 1950 Schulaufsicht für zweisprachige Schulen, schwache
Schulbuchproduktion;
Lehrerausbildung vereinzelt mit Kroatischsprachkursen, später mit dem
zusätzlichen Fach "Methodik und Didaktik der kroat. Sprache"
Schulorganisationsgesetz 1962 - Reduzierung des verbindlichen zweisprachigen
Unterrichts um 50%, Zusammenlegung oder Auflassen zweisprachier Schulen,
"Verpolitisierung der Schulsprachenproblematik"
Abwanderung, Absinken der Kinder mit Kroatisch als Muttersprache
ab den 80-er Jahren Einführung mehrerer Schulversuche mit Kroatisch an HS u.
AHS,
1991: Bildung der ersten und einzigen zweisprachigen HS, 1992:
zweisprachige AHS
ab 1994:
Minderheiten- Schulgesetz 1994
verstärkte Schulbuchproduktion, generell günstigeres Schulsprachenklima,
Kroatisch wird jedoch vermehrt als "Fremdsprache" im Ausmaß von drei
Wochestunden gelernt;
Die Entwicklung der kroatischen Sprache im Burgenland
Die
Normproblematik: Kroatisch-Burgenländischkroatisch
Sprachverfall des Kroatischen ab dem Ende der 60-er Jahre
Der tatsächliche Einsatz der kroatischen Unterrichtssprache
Der methodisch-didaktische Gebrauch der Sprachen
Ausblick:
Umorientierung im Unterricht (Einsatz neuer Medien, Spielpädagogik,
Privatinitiativen,...); Unterscheidung oder Trennung des muttersprachlichen
und fremdsprachlichen Kroatischunterrichtes;
Heben des Prestigewertes der kroatischen Sprache;
Förderung der Motivation der einsprachigen Kinder Kroatisch zu lernen. |